Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich hoffe Sie und Ihre Familien sind alle gesund und wohlauf.

Wie Sie über das beA erfahren haben, werden vom 15. Februar 2021 bis zum 4. März 2021 16 der insgesamt 29 Mitglieder des Vorstandes der RAK Berlin neu gewählt.

Ich möchte Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, auf diesem Wege bitten, meine Aufstellung zur Wahl in den Vorstand der RAK Berlin zu unterstützen. Gleichzeitig unterstützen Sie damit die Vertretung von Einzelanwälten im Vorstand.

Seit meiner Kanzleigründung beschäftige ich mich als Rechtsanwalt überwiegend mit sämtlichen Themenkomplexen zum privaten Baurecht. Ehrenamtlich bin ich Prüfer bei der IHK Berlin in der Ausbildereignungsprüfung und engagiere mich gegen die stetig wachsende Kinderarmut.

Ich möchte mich u.a. für die zahlreichen „Einzelkämpfer“ unter uns stark machen; angefangen mit neuen Überlegungen zu einem gerechteren Kammerbeitrag, welcher im Vergleich zu anderen Kammern doch sehr hoch angesetzt ist. Die Rechtsanwaltskammer soll sich zudem stärker für seine Mitglieder einsetzen und muss auch als helfende Kammer für sämtliche Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte verstanden werden. Sie ist nicht lediglich hoheitliches Kontrollgremium, welches seine Mitglieder sanktioniert. Die RAK Berlin muss unterstützen und fördern! Wünschenswert ist ein Berufsrecht, welches unsere Arbeit nicht erschwert, sondern erleichtert. Es bedarf m.E. ebenfalls neuer Überlegungen zur Interessenkollision. Dies gerade auch im Interesse sämtlicher Kolleginnen und Kollegen, welche sich zu einer gemeinsamen Berufsausübung zusammengeschlossen haben.

Die Anwaltschaft sieht sich zudem fortlaufend mit neuen Herausforderungen konfrontiert, wie bspw. der stete Prozess der Digitalisierung, welcher nicht unbedingt für jeden Kollegen/ jede Kollegin erfreulich war und ist.

Das beA funktioniert zwischenzeitlich weiterhin nicht störungsfrei, was einer geordneten Rechtspflege nicht zuträglich ist. Gleichzeitig dürfte im Kontext der Digitalisierung zu überlegen sein, ob die Vorschrift des § 27 BRAO noch zeitgemäß ist und der § 29 BRAO zu ändern wäre. Denn durch fortlaufend steigende Gewerberaummieten kann eine funktionierende Rechtspflege nur gewährleistet werden, wenn die Kostenlast der monatlichen Fixkosten gesenkt werden könnte; bspw. durch Öffnung des Berufsrechts für neue Formen der anwaltlichen Zusammenarbeit im Rahmen der sog. „CoWorking- Space“ u.a.

Lassen Sie uns Synergieeffekte nutzen und gemeinsam an einem Strang ziehen!

Ich wünsche mir insgesamt eine positive Wahrnehmung unseres Berufsstandes in der Gesellschaft und werde mich auch dafür im Rahmen meiner Kammerarbeit einsetzen.

Einen weiteren Schwerpunkt meiner Vorstandstätigkeit möchte ich u.a. auf die Umgestaltung der Singularzulassung beim BGH in Zivilsachen legen. Ich halte es entgegen den Modellen der BRAK für vertretbar, dass auch Kolleginnen und Kollegen mit nachgewiesener Berufserfahrung vor den Oberlandesgerichten, welche den Beruf der Rechtsanwältin/des Rechtsanwalts mindestens fünf Jahre ohne Unterbrechung ausüben, zum BGH zugelassen werden, ohne sich drei vierstündigen Aufsichtsarbeiten unterwerfen zu müssen. Dies steht vor allem nicht im Verhältnis zur Anerkennung langjähriger Arbeitsleistung vieler älterer Kolleginnen und Kollegen. Auch führt das Model der eigenverantwortlichen Zuweisung einer Zulassung durch die Kammern nach „Kriterien für die Bedarfsfeststellung“ keineswegs zu einer gerechten Lösung. Ich möchte für sämtliche Kolleginnen und Kollegen einen Zustand herstellen, welcher in Strafsachen schon seit Jahren in anderer Weise praktiziert wird.

Mit mir erhalten gerade auch junge Kolleginnen und Kollegen eine Stimme im Vorstand der RAK Berlin. Lassen Sie uns Zukunft sinnvoll und kollegial gestalten und neue Wege gehen. Es ist Zeit für eine personelle Veränderung des Vorstandes der RAK Berlin!

Ich bedanke mich auf diesem Wege nochmals recht herzlich für Ihr Vertrauen! 

Mit kollegialen Grüßen und bleiben Sie gesund,
Ihr Kollege Daniel Holz aus Tegel